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Erdgasverdichterstationen

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Es ist heute Stand der Technik, Erdgasquellen und Erdgasverbraucher über weite Entfernungen miteinander zu verbinden. In den Letzten 20 Jahren sind hier neue Dimensionen erschlossen worden. Leitungen von 6.000 Kilometern über Land und Unterwasserleitungen von 1.000 Kilometern Länge sind keine Seltenheit mehr. Die Verlegetiefe im Meer reicht bis zu 600 Metern.

Ein Vergleich mit anderen Energietransportsystemen zeigt, dass Erdgasfernleitungen über lange Strecken große Transportvorzüge aufweisen. So fliesst zum Beispiel durch eine mit 80 bar betriebene Erdgasleitung von 120 Zentimetern Durchmesser etwa zwanzigmal so viel Energie wie durch eine 380-kV-Stromüberlandleitung.

Bei der Förderung aus den unterirdischen Lagerstätten strömt das Erdgas mit hohem Druck aus dem Bohrloch. Durch geeignete Armaturen und Verbindungsleitungen wird es in das Fernleitungsnetz eingespeist und auf den Fernleitungsdruck eingestellt. Während des Gasflusses über längere Strecken fällt der Druck durch die Reibung der Gasmoleküle im Gasstrom selbst und an den Rohrwänden ab. Der so verminderte Druck muss zum Weitertransport wieder erhöht werden. Dies geschieht in Verdichterstationen, die im Fernleitungsnetz in einem Abstand von 100 bis 200 Kilometern installiert sind.

Für die Überbrückung großer Distanzen werden Hochdruckleitungen eingesetzt, die in Deutschland mit einem Druck von bis zu 84 bar betrieben werden. Leitungen, die für die regionale und lokale Verteilung genutzt werden, können mit wesentlich geringeren Drücken gefahren werden - bis hinunter zu 20 Millibar beim Hausanschluss.

Damit der Druck an den Übergangsstellen von den Hochdruckleitungen in die nachgeschalteten Rohrsysteme nicht zu hoch ist, wird er durch Reduzieranlagen örtlichen Gegebenheiten angepasst.

In der Regel muss der Druck des durch die Leitung strömenden Gases in jeder Verdichterstation erneut erhöht werden. Reicht der Druck aber noch aus, dann sorgen entsprechend geschaltete Armaturen dafür, dass das Gas in der Fernleitung an einer Station vorbei zur nächsten strömt.

Das von uns und unseren Beteiligungsgesellschaften betriebene Leitungssystem ist Teil des europäischen Erdgasverbundes. Um die getroffenen Liefervereinbarungen erfüllen zu können, wurde das Verbundnetz in den vergangenen Jahrzehnten ständig ausgebaut und modernisiert. Es reicht heute von der Nord- und Ostsee bis zum Mittelmeer und vom Atlantik bis nach Osteuropa. Die Gesamtlänge des europäischen Transportnetzes beträgt 200.000 Kilometer, die anteilige uhrgas-Strecke über 10.000 Kilometer. In unserem Leitungssystem sorgen 22 Transportverdichterstationen mit insgesamt 70 einzelnen Verdichtereinheiten für den notwendigen Druck zum Transport des Erdgases.

Bei Bau und Ausgestaltung unserer Verdichterstationen wird auf die geschickte Einbindung der Anlage in das jeweilige Landschaftsbild geachtet. Hierzu tragen angepflanzte Bäume, Sträucher und Rasenflächen innerhalb der Stationen ebenso bei wie gepflegte technische Anlagen und Gebäude. Einen bei Industrieanlagen üblichen Werksverkehr per Straße oder Schiene und die damit verbundenen Schall- und Schadstoffemissionen gibt es bei Verdichterstationen nicht.

Die einzelnen Verdichtereinheiten der Stationen sind in schallgedämpften Hallen installiert. Die Geräuschdämmung ist so stark, dass die Geräusche der laufenden Aggregate schon in geringer Entfernung kaum noch zu hören sind.

Als Antriebsenergie für die Verdichtereinheiten wird Erdgas verwendet, das aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung und seiner guten verbrennungstechnischen Eigenschaften der umweltschonendste fossile Brennstoff ist.

Für Fernleitungen und Verdichterstationen gelten hohe Sicherheitsmassstäbe. Bau und Betrieb müssen nach speziellen gesetzlichen Vorschriften und strengen technischen Normen erfolgen. Alle Abschnitte im Verlauf der Leitungstraße müssen gleich sicher ausgelegt sein. Die Stationen selbst sind mit umfangreichen Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet. In den Maschinenhallen sind Gaswarn- und Feuermeldeanlagen installiert, die im Bedarfsfall ein zentrales Abschaltsystem auslösen. Die Hallen können durch eine vollautomatische Feuerlöschanlage mit Kohlendioxid (CO2) geflutet werden; ein eventueller Brand an Maschinen- oder Anlagenteilen wird so durch Sauerstoffmangel erstickt. Ein zentrales Sicherheitssystem sorgt dafür, dass die gesamte Station im Bedarfsfall unverzüglich ausser Betrieb gesetzt wird.

Alle diese Massnahmen tragen dazu bei, mögliche Störungen unmittelbar zu erkennen und in ihren Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.



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